140 Jahre Eisenjansen

Am 31. Juli 1862 gründete der Schlossermeister Wilhelm Jansen aus Prummern einen Schlossereibetrieb. Dies war der Grundstein für das heutige Großhandelsunternehmen Wilh. Jansen – Eisenjansen GmbH & Co. KG.

Zunächst stellte die Schlosserei Mantelöfen, Beschläge und Stalleinrichtungen her. Es wurde ein Einzelhandelsgeschäft in Geilenkirchen eröffnet. Der Kohlebergbau in der Region verlieh dem jungen Unternehmen Anfang des 20. Jahrhunderts einen Aufschwung. Das Sortiment wurde schnell erweitert. Neben Walzwerkerzeugnissen, Röhren, Werkzeugen, Baubeschlägen und Eisenwaren wurden jetzt auch Haus- und Küchengeräte vertrieben. Während des Ersten Weltkrieges übernahm der Betrieb zusätzlich die Aufgaben der Kohleversorgung und -verteilung im Kreis Heinsberg.

Nach dem Eintritt von Willy Jansen, Albert Jansen und Franz Jansen in das Geschäft wurde im Jahre 1926 eine automatische Drahtflechterei am Bahnlager errichtet und im Jahre 1928 der Aufbau einer sanitären Großhandelsabteilung begonnen.

Der Zweite Weltkrieg brachte schwere wirtschaftliche Einbrüche. Zwangsevakuierungen der Mitarbeiter, Verluste von Vermögenswerten und Warenbeständen und etliches mehr hinterließen tiefe Wunden in der Firmengeschichte. 1945 holte Albert Jansen einen Teil seiner Mitarbeiter aus der Evakuierung zurück. Ebenfalls kehrten Willy und Franz Jansen aus dem Krieg zurück und der Wiederaufbau des größtenteils zerstörten Geschäftes konnte beginnen.

Hier wurde nun die Entscheidung gefällt, das Einzelhandelsgeschäft aufzugeben und eine reine Großhandlung weiterzuführen. Das Unternehmen wuchs rasch mit dem Wiederaufbau des Landes und dem technischen Fortschritt. Die rege Bautätigkeit zur damaligen Zeit trug zur schnellen Expansion des Geschäftes bei. In den sechziger und siebziger Jahren wurden mehrere Tochterfirmen gegründet, wodurch die Mitarbeiterzahl der gesamten Unternehmensgruppe rasch anstieg.

1976 wurde ein neues Betriebsgelände in Geilenkirchen-Niederheid erschlossen und das Firmengelände an der Bahn schließlich aufgegeben. Logistische Gründe verlangten nach Modernisierung und Vergrößerung. Hier entstand der Sitz der Firma Wilh. Jansen – Eisenjansen GmbH & Co. KG, wie er auch heute noch existiert.

Im Jahre 1986 übernahmen der Kaufmann Heinrich Schmidt aus Mönchengladbach mit seinen Söhnen Heinz Schmidt und Edelhart Schmidt die Firmengruppe. Die Familie Schmidt führte bis dato mit Erfolg in Mönchengladbach eine Elektrogroßhandlung und eine Sanitär- und Heizungsgroßhandlung. Die Firma Eisenjansen erhielt durch die Übernahme einen neuen Aufschwung.

Heute:

In der Firmengruppe Heinrich Schmidt, die inzwischen ca. 1300 Mitarbeiter beschäftigt und über 30 Niederlassungen zählt, zeichnet sich die Firma Eisenjansen bis heute unter anderem durch ihr riesiges Sortiment aus. Der Großhandel vertreibt heute über 120.000 unterschiedliche Artikel aus den Produktbereichen Sanitär und Heizung, Tiefbau, Stahl, Aluminium und NE-Metalle, Werkzeuge, Beschläge, Elektroinstallation, Elektrogroß- und kleingeräte, Gartenbedarf, Bauelemente und vieles mehr mit über 300 Mitarbeitern in fünf Niederlassungen. Mehrere Erweiterungen führten schließlich zu einer gesamten Lagerfläche von ca. 50.000 qm auf Firmengeländeflächen von ca. 100.000 qm. Zusätzlich besteht bis heute ein Einzelhandelsgeschäft im alten Haupthaus der Firma Eisenjansen in der Konrad- Adenauerstraße, wo bis heute hochwertige Porzellan- und Haushaltswaren verkauft werden.

Albert- Jansen- Stiftung:

In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass Albert Jansen (damaliger Mitinhaber der Firma), der im Jahre 1974 verstarb, neben seinem sonstigen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Engagement, für das er unter anderem das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen bekam, Ende der sechziger Jahre mit seiner Frau Else Jansen die Albert-Jansen-Stiftung gründete. Diese Stiftung, deren Vorstand aus fünf Herren besteht, die aus dem Raume Geilenkirchen stammen, existiert bis heute. Der Erlös der Stiftung kommt nach wie vor gemeinnützigen Zwecken und Bedürftigen aus dem Raum Geilenkirchen zu Gute.